Eine Eisrettungsübung auf dem Waginger See wurde am Donnerstag, den 8. Januar 2026 von der Freiwilligen Feuerwehr Waging am See gemeinsam mit der Waginger Wasserwacht und der DLRG Traunstein-Siegsdorf durchgeführt. In den Medien sind Einsätze mit eingebrochenen Personen oder Tieren derzeit allgegenwärtig. Auch kürzlich wurde erst am Waginger See ein eingebrochener Dackel gerettet. Eine Eisrettungsübung auf dem heimischen See war jedoch von Seiten der Feuerwehr und der Wasserrettung grundsätzlich eingeplant worden. Im Mittelpunkt stand das Training mit der vorhandenen Ausrüstung, sowie das Erlangen neuer Erkenntnisse in der Eisrettung. Übungsort war der Uferbereich in der Nähe des Strandkurhauses.
Wasserrettungs- oder auch Eisrettungseinsätze sind vorrangig Aufgabe der Rettungsorganisationen. Die Feuerwehren werden allerdings hierzu zeitlich alarmiert um unterstützend tätig zu sein. Bei Personen, welche ins Eis eingebrochen sind, spielt der Faktor Zeit zur Rettung einen enormen Faktor. Bei einer Wassertemperatur von 0 Grad liegt die Überlebenszeit eines Eingebrochenen unter 30 Minuten. Mit zunehmender Unterkühlung setzen bei dem Opfer Musikelstarre und Bewusstseinstrübung ein. Eine Selbstrettung ist in vielen Fällen nicht möglich, weil jegliche Haltemöglichkeiten um sich aus dem Eisloch herauszuziehen fehlen, oder die Eiskante, beim Versich sich darüber zu schieben, abbricht.
Im Einsatzbereich der Waginger Feuerwehr befinden sich neben den Waginger und Tachinger See auch diverse Weiher und Bäche in unterschiedlicher Größe, die ein Gefahrenpotential darstellen. Für derartige Einsätze verfügt die heimische Feuerwehr über ein Mehrzweckboot, welches natürlich auch bei Technischen Hilfeleistungen, Umweltschutz- oder auch Brandeinsätzen auf Gewässern eingesetzt wird. Im Falle der Eisrettung kommen vorrangig allerdings verschiedene Eisrettungsanzüge beziehungsweise Trockenanzüge oder auch Wasserrettungswesten zum Einsatz. Mit diesen Schutzanzügen können sich die Helfer bereits unmittelbar nach der Alarmierung im Feuerwehrhaus beziehungsweise während der Einsatzfahrt ausrüsten.
Die Personenrettungen wurden mit einem sogenannten "Spineboard", welches schwimmfähig ist, einem Eisrettungsschlitten, welcher durch die Wasserwachten vorgehalten wird, einer tragbaren Leiter, sowie mehreren Leinen durchgeführt. Außerdem übten die ehrenamtlichen Helfer erstmals mit einem sogenannten "Rescue-Sled", einem innerhalb kürzester Zeit aufblasbarem Schlauchboot, welches sich ideal zur Personenrettung herausstellte. Dieses Boot bietet Einsatzkräften die erforderlichen Optionen für die Rettung aus stehenden und fließenden Gewässern, Eis und auch bei Hochwasser. Zwei Einsatzkräfte können dabei ideal vorgehen um eine Persone zu retten. Die Ausbildung hierzu übernahmen Fachkräfte der DLRG Traunstein-Siegsdorf.
Begleitet wurde die Übung von der Journalistin Laura Goudkamp vom Bayerischen Rundfunk, welche die Übung für eine Sendung im Radiosender "Bayern 1" moderierte und auch verschiedene Übungsteilnehmer interviewte. Als Fazit der Übung, welche authentisch bei Schneetreiben und Kälte stattfand, konnte eine hervorragende Schulung, die Festigung des erlangten Fachwissens und nicht zuletzt die gute Zusammenarbeit von Feuerwehr und Wasserrettung gezogen werden.
Bericht: Thomas Pfeffer, FF Waging am See
Fotos: Thomas Pfeffer, Martin Pöllner, FF Waging am See
